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lANdSTREICHER unterwegs

Magentafarbene Signets markieren die BerkelBlicke

Mit spezieller Sprühkreide markierte das Team 'berkeln' die Standorte für 'Mein BerkelBlick'. Etwa zwei Wochen bleiben die Signets erhalten und lösen sich durch Witterung auf. (Fotomontage Team 'berkeln')

Berkelland, 27.05.17. In den vergangenen Wochen gab es mit der Mitmach-Aktion „Mein BerkelBlick“ nicht nur außergewöhnliche Orte auf Fotos zu sehen. In den Kommentaren auf der Facebookseite „wir berkeln“ schwelgten Einige in Kindheitserinnerungen oder erinnerten sich plötzlich an alte Geschichten. Das sind Flussstellen, zu denen Berkelaner eine besondere Beziehung haben und sich damit identifizieren. Das ist das Ziel der Aktion: Menschen in Bewegung bringen und den Fluss als Stückchen Heimat vor der Haustür sehen. Aber auch Standorte in den Nachbarkommunen aufzeigen und damit eine Brücke der Zusammengehörigkeit schlagen.

41 Fotos, die die Berkel von Billerbeck bis Eibergen zeigen, sind bisher auf der Facebookseite gepostet worden. Insgesamt konnte mit der Aktion über 13.500 Nutzer erreicht werden. Über 170 wählten ihren Favoriten unter den BerkelBlicken.

Die lANdSTREICHER-Aktion markiert die bisher eingereichten Berkelblicke mit dem magentafarbenen Signet - passend zu dem kommenden langen Pfingstwochenende, das zu Touren entlang des heimischen Flusses einlädt. „Da sind die BerkelBlicke genau die richtigen Stellen, die zu einer kleinen Pause einladen“, empfiehlt Doris Röckinghausen, Koordinatorin des Team ‚berkeln‘. Mit der Schablone und der Sprühkreide, die die Regionale 2016 Agentur zur Verfügung stellt, wird der Standort zum Blickfang. Alle Standorte sind auf einer Karte eingetragen, die hier zu finden ist. So können die Ausflügler die BerkelBlicke, wie an einer Perlenschnur aufgereiht, finden. Einige wenige Standorte durften nicht markiert werden. „Die Berkelaue ist ein Naturschutzgebiet. Da müssen wir dem Lebensraum von Tieren und Pflanzen den Vorrang geben“, begründet Team-Mitglied und Diplombiologe Hartmut Levermann.

Die Mitmachaktion auf Facebook endet am 06.06.17. Bis dann können weitere Fotos gepostet werden und Stimmen für die schönsten Berkelblicke abgegeben werden. Kommentieren und eigene Erlebnisse unter die eingereichten Bilder zu schreiben ist selbstverständlich möglich. Denn jene Berkelblicke, die innerhalb einer Stadtgrenze die meisten Likes bekommen, erhalten zu einem späteren Zeitpunkt einen bleibenden Blick mit einen festen Rahmen – und die Fotografen dieser Bilder können weiter berkeln und bekommen dazu jeweils das Berkelbuch ‚Mein Leben als Fluss‘ geschenkt.

"Weiterberkeln"

7. Berkelkonferenz setzt deutliche Wegzeichen

Für die Deichrätin Antoinet van Helvoirt-Looman ist die dritte Berkelcompagnie eine solide Basis der Zusammenarbeit. (Foto Doris Vogt)

Berkeltal, 17.05.17 (hlm). Es gibt eine Verbindung – ein blaues Band – das in Billerbeck beginnt, rund 115 Kilometer Richtung Westen geht, und in Zupthen den Endpunkt hat. Die Linie zieht sich mal, wie mit dem Lineal gezogen, schnurgerade und dort, wo es erlaubt wird, geschwungen. Dieser Fluss ist mehr als ein geografisches durchgemessenes und von Menschenhand geprägtes Gebilde. Er durchfließt Grenzen und Sprachräume. Er ist mal ein geschmeidiges und attraktives Erholungsgebiet und mal ein Element, dass den Anrainern Grenzen aufzeigt. Die Berkel ist Geschichte, Kultur und Gemeinsamkeit in vielerlei Hinsicht. Damit verbunden ist eine Gesamtverantwortung, die nicht an Stadt- oder Landesgrenzen enden kann. Eine Bühne für dieses grenzübergreifende Handeln ist die 3e Berkelcompagnie. Deren Historie reicht zurück bis in 17 Jahrhundert, als sich die 1e Berkelcompagnie für die Schiffbarkeit der Berkel mächtig ins Zeug legte und mit der 2e Berkelcompagine die speziellen Boote, die Zompen, bis vor den Toren Coesfelds fahren ließ.

"Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund."

Prof. Dr. Reinhard Klenke (Bezirksregierung Münster)

Auf der 7. Berkelkonferenz, zu der die Stadt Coesfeld einlud, nahmen rund 80 Mitglieder auf den Stühlen im Rathaus Platz; Teilnehmer unterschiedlicher Verantwortungsbereiche, wie Bezirksregierung Münster, Waterschap Rhijn en IJssel, Regionale 2016, Forum Bildungsberkel niederländische und deutsche Berkelstädt sowie weitere Institutionen, die sich auf die eine oder andere Art der Berkel verpflichtet fühlen. Es ist keinen Veranstaltung des "auf-die-Schulter-klopfens". Aaltens Bürgermeister und Vorsitzender der 3e Berkelcompagnie, Arnold Gerritsen, hebt das Berkel-Leitbild 2025, das vor zwei Jahren auf der 6. Berkelkonferenz in Lochum von allen Bürgermeistern der Berkelstädte unterschrieben wurde, als Zeichen gemeinsamer Tatkraft heraus. Die Identität mit der Berkel zu stärken und den Fluss mehr ins Bewusstsein zu bringen sind die Zielsetzungen. Als Identitätsfigur hat sich die Skulptur der Badenden in allen Berkelstädten etabliert. Sie ist zum Erkennungsmerkmal der Region aufgestiegen, die bisweilen emotionale Reaktion erzeugt, wie die kurze Filmsequenz des "Untergangs" einer Badenden beim Hochwasser am 25. Juni 2016 zeigt. Die Berkel nur vor der Haustür zu betrachten, ist längst Vergangenheit. Das Bild ist allen deutlich: Positive – aber auch negative – Veränderungen wirken sich auf die gesamte Länge des Gewässers aus. Doch in machen Fällen sind lokale Zuständigkeiten Stolpersteine. So setzt sich Bram Zanstrat, von der Waterschap Rhine en IJssel, für ein gemeinsames wasserwirtschaftliches Berkel-Konzept ein, bei der die Berkel von der Quelle bis zur Mündung betrachtet wird. Dabei wird die "Gesamtperspektive Flusslandschaften", mit der die Regionale 2016 Agentur Entscheidungshilfen für zukunftsweisende Projekte zum Gewässerausbau zusammenfassten darstellt, auch in den Niederlanden ein Werkzeug werden.

"Wir haben eine stabile Basis zur Zusammenarbeit, von der Quelle bis zur Mündung."

Antoinet van Helvoirt-Looman (Heemraad – Deichrätin)

Auf der Konferenz wird deutlich wie unterschiedlich die Betrachtungsperspektiven sind. Das macht vor allem Prof. Dr. Gert-Jan Hospers deutlich: " Der Fisch sieht das eigene Wasser nicht mehr." Die Berkel ist ein vermarktungsfähiger touristischer Raum, mit vielen herauszustellenden Attraktivitäten, sei es Radfahren, Wandern, das Reiten oder die Kulturlandschaft am Wasser. Der Tourismusexperte spielt den Mitgliedern der Berkelkonferenz den Perspektivwechsel als Trumpf in die Hände: "Touristen blicken anders. Sie prüfen ob Angaben stimmen." Es ist die Aufforderung mit den Augen eines Urlaubers prüfend durch die Region zu gehen.

"Euregionale Perspektiven statt Dorfismus."

Prof. Dr. Gert-Jan Hospers

Welches Potenzial und welche Kreativität in der Region steckt, zeichnet an einem kurzen Beispiel Hans-Peter Broer, Vorstandsmitglied des Kreisheimatvereins Coesfeld. Bis in das 19 Jahrhundert hinein, wurde auf der Handelsroute zwischen Zupthen und dem Münsterland der berühmte Stockfisch als Krankenkost gehandelt. Andere lokale Köstlichkeiten und Spirituosen fanden ihre Wege über Grenzen hinaus. An einer erlebnisreichen Präsentation arbeitet der Kulturdezernent a. D. mit Dr. Wilhelm Bauhaus, von der Arbeitsstelle Forschungstransfer (Universität Münster) zusammen. Als Geschmacksanreger stellte Broer schonmal eine Stockfischfahrt mit dem Bus nach Zupthen im Herbst diesen Jahres in Aussicht.

Menschen einladen und in Bewegung zu setzen, um sich mit der Region zu beschäftigen, dafür ist der Berkelaktionstag ein Sprungbrett. Der gemeinsame Tag, an dem die Berkelkommunen ihre vielfältige Kultur und Struktur präsentieren, soll nach dem Willen der Mitglieder der 3e Berkelcompagnie auch nach dem 23. Juli 2017 fortgesetzt werden. An einem Interreg-Antrag wird aktuell gearbeitet, mit dem eine finanzielle Unterstützung des grenzübergreifenden "Berkelfestivals" durch die Euregio möglich werden kann. Uta Scheider, Geschäftsführerin der Regionale 2016, bringt es mit einem Wort auf den Punkt: "weiterberkeln!"

Sechsbeinern auf den Grund gehen

Da braucht es Adleraugen, um die kleinen Wasserbewohner aufzuspüren. (Foto Bernhard Sachs)

Gescher. Die Lernenden der Gesamtschule stehen in Tungerloh Capellen unterhalb der Mühle Schulze Egberbing mitten in der Berkel. „Boah, ganz schöner Druck hier“, staunt ein Schüler über die Strömung. Hier, wo es schnell fließt, leben tief versteckt echte Spezialisten. „Die halten sich hinter oder unter Steinen auf, klammern sich an Totholz oder Besiedeln alles, was der Strömung abgewandt “, erläutert der Biologe Hartmut Levermann. Wanzen, Egel, Insektenlarven halten sich im sogenannten Totraum, dem strömungsfreien Bereich auf. Für einige Insekten ist die Berkel die Kinderstube. Als Larven leben sie bisweilen mehrere Jahre im Wasser. Dafür ist das Landleben nur kurz und beschränkt sich auf die Vermehrung.

Mit Sieben bewaffnet, machen sich die Lernenden auf die Suche. Dass mittlerweile bei einigen die Stiefel voll Wasser gelaufen sind, ist Nebensächlichkeit. Das Jagdfieber ist größer. Dabei brauchte es Adleraugen. „Da zappelt was!“, ruft ein Schüler. Behutsam greift er mit der Federstahlpinzette vorsichtig das nicht einmal ein Zentimeter lange Tier vom Sieb herunter. Die Larve einer Eintagsfliege, die als Indikator für sauberes, sauerstoffreiches Wasser steht. Kurz vor Mittag zappelt eine ansehnliche Sammlung von Wassertieren in den Auffangschalen. Für die Bestimmung bleibt nicht viel Zeit. Denn viele Sauerstoff liebende Arten sind dazwischen, die zügig ins Wasser zurückmüssen. Fasziniert von der Vielfalt der im Wasser gebunden lebenden Tierarten lassen die Lernenden die Sechsbeiner und Co. zurück ins Zuhause – am Grund der Berkel.

Die Schülerinnen und Schüler befassen sich im Fortverlauf des Schuljahres weiter mit dem heimischen Fluss. Denn am 21. Juni wollen sie im Rahmen des Berkelaktionstages 2017 ihre Auswertungen im Gescheraner Rathaus der Öffentlichkeit präsentieren. Dabei geht es nicht nur um die Biologie. Eine Arbeitsgruppe hat sich von einem Mitarbeiter der Stadt Gescher das Wasserkraftwerk an der Alfers Mühle demonstrieren lassen. Über verschiedene Fachrichtungen nähern sich die Lernenden der Berkel und dem Thema Wasser. Es bleibt spannend, wie sie ihren Fluss sehen. Gefördert wird das Projekt von den fünf Berkelstädten, der Forum Bildungsberkel und der Regionalen 2016. Mit solchen Aktionen am Rande wollen sie die Identität und die Identifikation in der Region stärken. Höhepunkt wird dabei der Berkelaktionstag am 23. Juli sein. Der Sonntag, an dem alle Städte ihre Berkel und ihre Heimat ins Rampenlicht stellen.

Anschluss für den Rundweg

Coesfelder Schlosspark erhält Fussgängerbrücken

Coesfeld, 27.04.17 (hlm). Neun Tonnen hat der Autokran am Haken. Eine der beiden exakt gebogenen Brücken platziert der Kranfahrer an der vorgesehenen Stelle und verbindet damit die linke mit der rechten Uferseite der Innenstadtberkel im Schlosspark. Rund 190000 Euro investierte die Stadt in die Brückenbauwerke.

Die alte Parkanlage der ursprünglichen Liebfrauenburg wird im Zuge des Regionale 2016 Projektes BerkelSTADT umfangreich umgestaltet. Die neue Wegführung lädt zukünftig zum Flanieren und Entspannen ein. Ein Zugang zum Wasser und ein Furt durch den Fluss steigern die Erlebnisqualität und verschaffen einen Erlebnisraum für alle Generationen.

Zeigt uns eure Lieblingsorte an der Berkel. Wir machen daraus 'Meinen BerkelBLICK'.

„Dann sind wir Gurken mit Gefühlen“

Lernende der Gesamtschule nähern sich über die Berkel dem Thema Wasser

Ein Highlight in der LWL-Ausstellung "Wasser bewegt" ist der Otter. Vielleicht, weil er auch an der Berkel lebend wieder gesichtet wurde. (Foto hlm)

Gescher/Münster (07.04.17). Eine Handvoll einheimischer Schüler kennen die Berkel gut. An warmen Tagen schwingen sie sich am Seil vom Ufer ab. Das Beste daran ist das Hineinplumpsen ins kühle Nass. „Deshalb machen wir das ja“, grinst schelmisch ein Fünftklässler. Er sitzt mit weiteren 49 Schülern der Gescheraner Gesamtschule im Sonderbus. Das Ziel ist die Ausstellung „Wasser bewegt“ im naturkundlichen Museum des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe (LWL). Hier holen sich die Schüler grundlegende Informationen zum wertvollsten Gut der Erde, dem Wasser. In den kommenden Schulwochen beleuchten sie den heimischen Fluss aus verschiedenen Perspektiven und integrieren die Themen Energiegewinnung, Leben im Wasser und Ökologie in ihren Unterricht. Elke Vogel, Pädagogin für Naturwissenschaften an der Gesamtschule, ist schon ganz gespannt, was die Kinder und Jugendlichen daraus machen. Die Idee zu diesem Projekt fußt auf eine Initiative der Berkel-AG. Sie ist der Zusammenschluss deutscher Städte und Gemeinden an dem Fluss sowie dem Forum Bildungsberkel und der Regionale 2016. Ein Anliegen ist es dabei, die jüngere Generation für den Heimatfluss zu begeistern und zur Identifikation mit der Region beizutragen. Thomas Kerkhoff, Bürgermeister von Gescher, resümiert: „Die Berkel ist mit der Region tief verwurzelt. Das Projekt hat eine Metafunktion, den Fluss in das Bewusstsein zu rücken.“

Die Museumspädagogin Gerda Windau empfängt im Eingang des Museums die Schüler mit einem besonderen Präsent. Fünf Bücher aus dem LWL-Verlag, die sich mit Wasser und Natur auseinandersetzen, überreicht sie freudig den wissbegierigen Lernenden. Windau hat zwei Führungen durch die Ausstellung vorbereitet. Damit berührt sie die Fachbereiche, die für das Schulprojekt „Berkel“ von Interesse sind. So steht eine Gruppe vor der Vitrine mit 560 Millionen Jahre alten Versteinerungen von Organismen, die im Meer lebten. Es sind Zeugen der Entstehungsgeschichte des Lebens, das im Wasser den Ursprung fand. Unweit der Fossilien stehen Modelle zum Anfassen. Namen wie Muschelkönig, Wasserschlange oder Punktie sprudeln aus den Schülerköpfen, als sie mit Händen darüber tasten. Die Lernenden erfahren auch, dass Wasser eine ungleich verteilte Ressource ist und politisches Konfliktpotenzial in sich birgt. Dass es im Widerspruch zu Leben erhalten und Leben zerstören stehen kann. Es war eine bewegende Ausstellung, ist der gemeinsame Tenor der Schülerinnen und Schüler. Sie machen sich nun an die Arbeit mit den Informationen Verbindungen zum Schulprojekt zu finden.

Während sich die eine Gruppe über den technischen und naturwissenschaftlichen Sektor der Berkel annähert, versucht sich die zweite Gruppe auf der künstlerischen und philosophischen Ebene. „Wasser ist Leben. Wir bestehen zu 80 Prozent aus Wasser. Dann sind wir Gurken mit Gefühlen“, zitiert Julia Hintemann die Assoziation der Jugendlichen aus der Kunst-Arbeitsgemeinschaft. Die hat sich erste Gedanken zur Umsetzung gemacht. Wie diese für Betrachter sichtbar werden, da ist die Kunstpädagogin ganz erwartungsvoll. Sie und ihre Kollegin Elke Vogel begleiten die Lernenden bei ihren Arbeiten, die in eine Präsentation münden sollen. Diese wird es am 21. Juni im Gescheraner Rathaus öffentlich geben. Ein Teil der Ausarbeitungen findet später einen Schauplatz auf dem Berkelaktionstag am 23. Juli. 

Holländische Seife für Coesfeld

Jahrestag der Ankunft der ersten Zomp

Ein Modell der Berkelzomp an der Ahlert-Mühle in Coesfeld. Am 05. März 1774 legte in diesem Bereich das erste Schiff an und lieferte niederländisches Frachtgut. (Foto hlm)

Coesfeld, Ahlert-Mühle, 05.03.17 (hlm). "Ein Lastkran hievt große Quader Baumberger Sandstein hinein. [...] Das Plattbodenschiff sinkt beim Beladen immer tiefer, sodass am Schluss das Wasser hinein zu schwappen droht."1

Diese Darstellung stammt aus der Feder der Coesfelder Buchautorin Doris Röckinghausen. Vielleicht hat sich das Wiederbeladen so zugetragen. Sicher ist, dass es an der Ölmühle vor Coesfeld, der Ahlert-Mühle,  am 05.März 1774 anlegte 2 und "holländische Waaren, besonders Seife gegen billige Fracht"3 lieferte.


Organisatorisch, politisch und wirtschaftlich war es ein langer Weg, bis die Zompen von Zutphen bis Coesfeld schippern konnten. Die ersten konkreten Schritte wurden 1591 unternommen. Mit Gründung der ersten Berkelcompagnie im Jahr 1643 konnte die Berkelschiff-Fahrt in den Folgejahren bis nach Vreden realisiert werden. Nachhaltig  erfolgreich war die Unternehmung nicht. 1670 zerfiel die Gemeinschaft. Brücken und Schleusen stellten die Funktion ein. Erste 83 Jahre hauchten die Zutphener der Berkelschiff-Fahrt wieder neues Leben ein. Sie stellten einen neuen Plan für die "Befahrbarmachung" der Berkel bis nach Vreden auf. Unterstützung erhielten sie vom Münsterischen Hofrat Gerhard Anton Tenspolde. Visionär wollte der Vredener die Schiff-Fahrt über Coesfeld bis nach Münster oder Wettringen realisieren. Umgesetz wurde die Idee bis nach Coesfeld  – gemeinsam mit der zweiten Berkelcompagnie, die sich im Jahr 1766 gründete. Um die Kosten für den Ausbau niedrige zu halten, verzichtete man auf einen Leinpfad. Zwischen Oldenkott und Coesfeld zogen so die Schiffer die Boote an der "Treckleine" mit der Hand, statt mit Pferden. Das war nicht nur harte Arbeit. An jeder Schleuse flossen Taler als Schleusen- und Frachtgeld aus des Schiffers Hand in die der Schleusenwärter. Die Schiff-Fahrt zwischen Vreden und Coesfeld endete 1796. Auch die zweite Berkelcompagnie löste sich auf. 1890 wurde die Schiff-Fahrt gänzlich eingestellt. 

Die Ahlert-Mühle existiert noch heute. Der Inhaber Jürgen Thering erinnert sich: "Seit 1892 die Mühle im Besitz der Familie. Es gab Erzählungen von den Schiffen auf der Berkel." Oberhalb des Stauwehres sind in den warmen Monaten Boote sichtbar. Sportlich paddeln Kanuten der DJK-Eintracht Coesfeld an Hindernisstangen auf einem kurzen Stück der Berkel entlang. Ausserhalb der Stadtgrenzen der Berkelstädte ist der Fluss im Naturschutzgebiet Berkelaue II eingebunden. Erst unterhalb von Vreden ist die Berkel für Boote wieder nutzbar. 

1998 gründeten einige Berkelaner die dritte Berkelcompagnie. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht an die historische Schiffsverbindung zu erinnern. Niederländische und deutsche Mitglieder machen mit verschiedenen Veranstaltungen und Unterstützungen auf den Naturraum der Berkel mit seinen alten Bauwerken aufmerksam.

Nicht nur die alten und zum Teil versteckt gelegenen Bauwerke an der Berkel sind sehenswert. Zwischen Almen und Eiberge sind die Nachbauten von  Berkelzompen nicht nur Hingucker. Die Stiching "De Berkelzomp" nimmt gerne Fahrgäste auf eine Tour über die Berkel mit.

 

1 Doris Röckinghausen [Hrsg.]: Berkel. Mein Leben als Fluss. WortART roeckinghausen, Coesfeld, 2016.

2 Hermann Terhalle: Die Berkelschiffahrt in der Wirtschaftsgeschichte des niederlänisch-westfälischen Grenzraums. Zweite und erweiterte Auflage, Beiträge des Heimatvereins Vreden zur Landes- und Volkskunde, Band 4; Hrsg.: Heimatverein Vreden, 1990.

3 Rudolfine Freiin von Oer: Coesfeld 1197 bis 1997. Band I. Coesfeld im 18. Jahrhundert. Fürtsenbergische Reform. Seite 230. Norbert Damberg Hrsg.

Historisches Kartenmaterial

www.kb.nl/themas/atlassen

Jahrestag der Ankunft der ersten Zomp in Coesfeld

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Bring den Stab zur Quelle

Berkelstädte. Klar soll der Sport nicht zu kurz kommen. Doch beim ersten Berkel-Staffellauf von Stadtlohn nach Coesfeld steht zunächst der Spaß und der Lauf entlang der Berkelregion im Vordergrund. Rund 30 Kilometer geht es durch die Parklandschaft des Münsterlandes. Mehr Informationen bietet das Faltblatt. Organisiert wird der Lauf von der DJK Eintracht Coesfeld, die auch die Anmeldung übernimmt. Diese kann direkt auf dieser Webseite vorgenommen werden.

Veranstaltungen

Nach dem Berkelaktionstag ist vor dem Berkelaktionstag.

Die beiden Berkeltreffen in Gescher waren ein voller Erfolg. Das berkeln-Team macht sich an die Arbeit und plant den gemeinsamen Aktionstag für 2017. Erste Ideen entwickelten sich schon zu konkreten Aktionen. Zum Veranstaltungskalender geht es hier